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Puppenküche

Puppenküche


Noch im ausgehenden 19. Jh. waren es nur 20% der Bevölkerung, die zum potentiellen Käuferkreis von Spielsachen zu zählen waren. Dementsprechend ist die Puppenküche der Familie von Schwerzenbach, um 1860 entstanden, eine Besonderheit für eine kleine Zahl privilegierter Kinder in Vorarlberg. Die meisten Kinder wuchsen in einer von Arbeit Kinderarbeit in Textilfabriken oder Mithilfe im elterlichen Landwirtschafts- oder Handwerksbetrieb geprägten Gesellschaft auf. Diese Puppenküchen spiegeln die Entwicklung der Küche wider. Bis um 1850 wurde zumeist auf dem gemauerten Herd über dem offenen Feuer gekocht, dazu brauchte man drei- oder mehrbeinige Gefäße und langstielige Gerätschaften. Geschlossene Schränke gab es in der Küche bis um 1900 kaum, der Großteil an Geschirr und Arbeitsgerät war offen und griffbereit auf Borden oder an Wänden hängend untergebracht. Während Küchen um die Mitte des 19. Jhs mit Hackstock und Butterfass noch auf einen hohen Grad häuslicher Eigenversorgung hinweisen, enthalten sie derartige Gegenstände um 1900 kaum mehr. An die Stelle des offenen Herdes mit großem Kaminhut traten die gusseise rnen Sparherde. Die Puppenküchen der Jahrhundertwende weisen insgesamt auf eine kleiner gewordene Funktionsbreite der Küche hin; der Haushalt war durch die Aussonderung der Erzeugungs- und Verarbeitungsaufgaben zu einer Verbrauchereinheit geworden.



Museum: vorarlberg museum
Objekttyp: Museumsobjekt dreidimensional
Datum: um 1860
Masse: Objektmaß: 54,5 x 49,5 x 39,5 cm
Archivnummer: VM-34