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Votivbild aus Tschagguns

Votivbild aus Tschagguns


Das Votivbild von Tschagguns au dem Jahr 1754 zeigt die dortige bis 1910 existierende Mühle und den Anlass der Stiftung: Anna Maria Ganahl, geb. Caspar aus Schruns stürzte als Schwangere in das Wasserrad, sie und ihr ungeborenes Kind überstanden den Sturz jedoch unbeschadet. Dies bezeugt die Szene darüber mit der Verunglückten und ihrem Wickelkind, wie sie mit dem Gatten das Gnadenbild der Pietà von Tschagguns anbetet. Das Bild umschließt ein aufwändig gestalteter, dunkel marmorierter Rahmen mit spiralförmig geflochtenen Goldbändern in Vertiefung. Den Innenrand ziert ein goldenes Spiralband, die quadratischen Eckpunkte sind mit stilisierten Blüten in Gold hervorgehoben, der Aufsatz ist mit reich geschnitztem Blüten- und Blätterwerk geschmückt.

Objektgeschichte: Votivbilder von lat. vovere, geloben, feierlich versprechen werden zum Dank für göttliche Errettung aus einer Notsituation in Auftrag gegeben oder selbst hergestellt. Sie bilden oft den Stifter, den Anlass der Stiftung und das Gnadenbild ab und sind zumeist weniger von ihrem künstlerischen als von ihrem dokumentarischen Wert her von Bedeutung. Als Zeugen der Volksfrömmigkeit überliefern sie oft zugleich Bilder des Alltagslebens. An besonderen Gnadenstätten war einst eine große Zahl von Votivbildern vorhanden. 1757 erwähnt der damalige Pfarrer Jakob Lenz für Tschagguns 378 Votivtafeln. Reduziert durch die josefinische Kirchenpolitik, blühte die Votivbildmalerei danach erneut auf. Zahlreiche Werke sind heute jedoch nicht mehr in situ zu betrachten, sondern in Museen und Privatsammlungen.



Museum: vorarlberg museum
Objekttyp: Einzelbild Gemälde, Zeichnung, Druckgrafik,...
Datum: 1754
Masse: Bildmaß: 41 x 57,5 cm
Archivnummer: VM-19
Hersteller: Anonym